Modern Talking - In The Middle Of Nowhere
Release: 1986
Anzahl Disks/Tonträger: 1
Label: Hansa (Sony BMG)
ASIN: B000007291

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Rezensiert von: tino

Das zweite Modern Talking-Album im Jahr 1986 (und das vierte insgesamt) kam zu einer Zeit heraus, als der Nimbus von Modern Talking als Nummer 1-Band bereits gebrochen war. Die erste Singleauskopplung "Geronimo's Cadillac" erlangte nur einen "müden" dritten Platz (D. Bohlen). Da grenzte es fast an ein Wunder, dass das Album dennoch die Pole-Position in Deutschland schaffte. Während Bohlen bis zum Vorgängeralbum "Ready For Romance" mehr oder weniger auf Nummer sicher ging, wagte er sich hier soundtechnisch gesehen auf teilweise neues Terrain.

Geronimo's Cadillac:

Wäre eine todsichere Nummer 1 geworden, hätte es die fünf Singles zuvor nicht gegeben. Der Song beeindruckt durch sein kraftvolles Gitarrenintro und seinen harten Rhythmus. Die sirenenartigen Klänge im Instrumentalteil haben auch ihren Reiz. Allerdings ist "Geronimo's Cadillac" trotzalledem mehrheitlich ein Lied von der Stange, obwohl es gewissen Evergreenstatus unter Leuten, die gemeinhin nix mit Modern Talking am Hut hatten, besitzt.


Riding On A White Swan:

Dieter Bohlen machte aus seiner Verehrung für den T-Rex-Sänger Marc Bolan nie einen Hehl draus und so diente dessen Song "Ride A White Swan" als ungefährer Titelgeber. Musikalisch gesehen, wird hier Neuland betreten: der Rhythmus ist beinahe funky und recht entspannend. Auch die Synthieklänge wirken differenzierter als jemals zuvor. Der Chor ist eher unauffällig, aber gelungen.


Give Me Peace On Earth:

Nun ja, die einen verdammen diesen Song als Unglücksbote Nummer 1, der nur einen mickrigen Platz 29 "erobern" konnte. Dabei ist die Nummer ein funkelndes Juwel. Zwar ist der Text absolut banal, aber ein Friedenslied kann seine Botschaft auch über die Melodie transportieren und die ist genial. GMPOE ist eine Hymne und Hymnen besitzen immer einen Chor, so auch hier.


Sweet little Sheila:

Eine kleine, nette Uptempo-Nummer, die nicht allzusehr über die Stränge schlägt. Wenn man will, kann man hier eventuell Einflüsse der Black Music raushören. Erwähnenswert ist auch hier, dass die Melodien der Instrumentalteile nicht mehr nur allein mittels Synthiepiano o.ä. getragen werden, sondern das Potpourri in dieser Hinsicht wesentlich erweitert worden ist. Netter Gimmick in diesem Song ist die leicht verzerrt-leiernde Gitarre in der Mitte der ersten Strophe.


Ten Thousand Lonely Drums:

Zehntausend Drums sind bestimmt nicht einsam, aber egal. Die Nummer ist ein kleines Percussion-Feuerwerk und man spürt sofort: der Urwald ist nicht weit und Tarzan ist auch in der Nähe, wozu auch der Einsatz von passenden Blasinstrumenten beiträgt. In meinen Ohren besitzt der Refrain einen der besten Modern Talking Chöre überhaupt.


Lonely Tears In Chinatown:

Nach dem Urwald ab nach Chinatown, der gefährlichen Liebschaft wegen. Natürlich sind alle Songs, die irgendwie die Thematik China haben, auch dementsprechend fernöstlich angehaucht, so auch dieser hier. Das spricht allerdings auch für die Bandbreite der Arrangements, die sich Bohlen für seine Songs einfallen lässt, denn meistens enden die Lieder aus der genannten Ecke im Kitsch. Nicht so dieser. Die Melodie gehört wieder in die Kategorie catchy und sing-along.


In Shaire:

Weiter geht es auf der Weltreise nach Shaire, was gewisse Assoziationen mit der Johnny Wakelin-Nummer In Zaire hervorruft. Nichdestotrotz handelt es sich hierbei um eine überaus gefällige, knackige Uptempo-Nummer mit orientalisch gefärbten Klängen. Teilweise erinnert das Arrangement allerdings an jenes von "Save Me, don't Break Me" vom Vorgängeralbum.


Stranded In The Middle Of Nowhere:

Irgendwie mochte Bohlen wohl seinerzeit den Albatross, da dieser Vogel hier (und im Nachfolgetitel) ein Stelldichein gibt. Das Lied hatte wohl den Anspruch anspruchsvoll zu sein. Dementsprechend ist es in meinen Ohren teilweise etwas langweilig und höhepunktarm. Für diejenigen, die auf die Chöre warten: Geduld, Geduld.


The Angels Sing In New York City:

Eigentlich ein typisches Modern Talking-Album Lied, wäre da nicht eine Kleinigkeit....Der Titel ist nicht schlecht und auch recht funky, aber es wartet sicher ein jeder auf die Stelle im Refrain, wo es heisst: "Hey, it's easy Albatross...".


Princess Of The Night:

Unscheinbar, durchschnittlich, zu Recht das letzte Lied auf der Platte? Weit gefehlt! Was da so klopfend,-polternd und schüchtern daherkommt, entpuppt sich als wahre Perle. "Princess Of The Night" ist irgendwie ein melancholisch-trauriges Lied, dass im Refrain so richtig wehmütig wird und einen Chor par exellence bietet.

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