C.C.Catch - Welcome To The Heartbreak Hotel
Release: 1986
Anzahl Disks/Tonträger: 1
Label: Hansa (Sony BMG)
ASIN: B000B5L9DG

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Rezensiert von: tino

Nachdem das Debütalbum der Holländerin „Catch The Catch“ in den deutschen Charts überaus erfolgreich punkten konnte, tat sich das vorliegende zweite Album schwerer, obwohl es mit „Heartbreak Hotel“ den grössten Hit der Sängerin in Deutschland enthält. Allerdings begann mit diesem Album auch der Siegeszug von C.C.Catch in Spanien. „Welcome To The Heartbreak Hotel“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, wofür der vermehrte Einsatz von E-Gitarren, differenzierten Synthieklängen und die teilweise recht originellen Songs stehen.

Heartbreak Hotel:

Der Opener des Albums war auch zugleich die erste Singleauskopplung und erreichte in Deutschland Platz 8. Ein Unterschied zu den Titeln auf dem ersten Album wird schnell deutlich: Es fehlen hier (wie auch bei den meisten anderen Songs dieses Albums) die hohen Chöre. Allerdings sind hohe Chöre nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, denn „Heartbreak Hotel“ ist eine Perle auch ohne. Der kraftvolle Refrain hat einen stolzen Hymnencharakter und ist ein Ohrwurm vor dem Herrn. Ebenfalls positiv ist der Einsatz der bass-lastigen Gitarre als Melodieträger in den Instrumentalteilen und die blitzartigen „Rumser“ vor dem Beginn der Strophen. Gesanglich bleibt anzumerken, dass C.C.Catch bei all ihren Liedern besonders in den Refrains auf einen Backgroundchor angewiesen ist, aufgrund der Tatsache, dass ihre Stimme allein diese nicht tragen könnte. Das Gitarrensolo nach dem zweiten Refrain verdient, trotz der Kürze, einen Sonderpunkt.


Picture Blue Eyes:

Titel Nummer zwei ist ein rechtes Kabinettstückchen. Das Lied, das mehr Midtempo anschlägt, beeindruckt zuerst durch das elegante Wechselspiel zwischen Synthiepianoakkorden und der unverzerrten E-Gitarre und die schöne Idee, die Lücke vor der Wiederholung dieser Passage mit flötenartigen „Uh uh uh“s zu füllen (Eine Steigerung dessen findet sich nach dem zweiten Refrain). Aufmerksamkeit verdient auch der Übergang von den Strophen zu den Refrains. Der Refrain ist nicht unbedingt zum Mitsingen geeignet, dennoch ist der Song in seiner Gesamtheit mehr als überdurchschnittlich.


Tears Won’t Wash Away My Heartache:

Die allererste Ballade, die der geneigte Fan jemals von C.C.Catch zu hören bekam. War dieser Fan auch zugleich Fan des Herren und Meisters der Sängerin, so wird er schnell festgestellt haben, dass Balladen von Bohlen nicht gleich Balladen von Bohlen sind. „Tears Won’t Wash Away My Heartache“ hebt sich völlig ab von den bis dato bekannten Balladen wie „Midnight Lady“ oder „Why Did You Do It Just Tonight“. Und das ist absolut positiv zu verstehen! Die Nummer beginnt mit einer wunderschönen Kaskade von Synthiestreichern und hebt den Klageliedcharakter des Songs hervor. Dieser Ausdruck der Verzweiflung und des Kummers, der hier absolut glaubhaft, sowohl gesanglich als auch produktionstechnisch, rüberkommt, zieht sich durch das komplette Lied und findet seine Steigerung im begnadeten Refrain.


V.I.P. (They’re Callin’ Me Tonight)

Lied Nummer 4 schlägt völlig andere Töne an. Die flotte Tanznummer hat ein gewisses Sixties-Feeling, das durch den Einsatz von Bläsern noch verstärkt wird. Im Refrain gibt es ein nettes Wechselspiel zwischen der Sängerin und dem Backgroundchor und besonderes Augenmerk verdient die Zeile: „I’m living on airports.“ Ehrlicherweise halte ich persönlich dieses Lied für das schwächste auf dem Album.


You Can’t Run Away From It:

Seite 1 endet mit einem Song, der ziemlich ungewöhnlich ist und schon etwas vorweg nimmt, was den Hörer auf Seite 2 erwarten wird. Die Uptempo-Nummer ist ein kleiner Rocker. Die Melodie der Instrumentalteile wird durch eine röhrende Gitarre vorgetragen und dass passt zu diesem Song wie die Faust auf das Auge, während die Melodie des Refrains ansatzweise an das spätere „Magic Symphony“ (beziehungsweise umgekehrt) erinnert. Was mich manchmal bei späteren C.C.Catch-Songs störte, ist hier ansatzweise schon zu hören: Der Hang, gesungene Zeilen mit einem Hickser zu beenden (vor allem bei der Zeile: „You can’t see an end“ kurz vor Ultimo. Ansonsten gibt es bei diesem Lied nichts auszusetzen.


Heaven And Hell:

Die zweite Singleauskopplung ist der absolute Höhepunkt auf diesem Album. War die Vornummer bereits ein Gitarrenkracher, so ist diese hier ein Gitarrenfeuerwerk. Schon das Intro macht klar, dass Bohlen auch ein Rocker sein kann. Die Strophen sind knackig und der Refrain ist ein paradiesisches Inferno mit Hammerpauken und aller Dynamik, die einem Titel wie Himmel und Hölle gerecht wird. Am allerdeutlichsten ist dies an der Stelle nach dem zweiten Refrain zu hören, wenn die meisten Audiospuren zurückgefahren sind und nur der Rhythmus, die Stimme und die Paukenklänge allein zeigen, wo der Hammer hängt.


Hollywood Nights:

Das Negative zuerst: diese Nummer ist definitiv zu kurz! Was soll man sonst noch erwähnen, außer, dass dieses Lied alles hat was es braucht, um ein Diamant zu sein. Als da wären: eine schöne Sing-along-Melodie in den Strophen und im Refrain, ein etwas gebremster aber dennoch unwiderstehlicher Rhythmus, ein markiges Gitarren-Intro, ähnlich wie bei „Heartbreak Hotel“, schöne hallige Soundeffekte und netten Weisheiten in den Lyrics wie „Little dreams can go a long, long way.“


Born On The Wind:

Der zweite langsame Song des Albums steht dem ersten in keiner Weise nach, obwohl er sich völlig von jenem unterscheidet. Das Thema Wind wird auch musikalisch mit entsprechenden Effekten untermalt und auch die in den Achtzigern so beliebten Orchestra-Hits passen wunderbar in das Konzept, auch wenn sie etwas deutlicher hätten ausfallen können. Besondere Aufmerksamkeit verdient hier das Schlagzeug, dass irgendwie an Felsen klatschende Meereswellen erinnert. Das totale Highlight ist aber der Mandolinen-Balalaika-Mix nach dem zweiten Refrain. Die Melodie des Songs an sich ist gut und zum Ende des Liedes kommen all diejenigen, die endlich mal wieder hohe Chöre hören wollen, auf ihre Kosten.


Wild Fire:

Als ich dieses Lied zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, dass sich der Plattenspieler selbständig von 33 auf 45 umgestellt hat. Der Rhythmus wirkt in der Tat so, als ob er zu schnell liefe, was aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: die Idee ist eigentlich äußerst raffiniert und wenn dann die E-Gitarre einsetzt und die Strophen beginnen, entpuppt sich auch dieses Lied als Highlight. Dieser Eindruck, der ohnehin schon vorhanden ist, findet sich bestätigt mit dem Einsetzen des überaus starken Refrains (wieder mit schöner Unterstützung des Backgroundchors), der dem Namen des Liedes gerecht wird.


Stop – Draggin’ my Heart Around:

Der letzte Titel des Albums ist zwar ein würdiger Abschluss, allerdings ist er auch ein konventioneller Bohlen-Song. Trotz der hier vorhanden hohen Chöre, der ansprechenden Melodie und des gefälligen Arrangements ist er eher ein Bindeglied zu den Songs des ersten Albums, als das er die Originalität der restlichen Songs dieses Albums erreicht.

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